2. Tag der Urner Wirtschaft im Zeichen von Innovation und Austausch
Aus dem Urner Wochenblatt (150. Jahrgang, Nr. 36) vom Samstag, 9. Mai 2026, S. 5
Wie behauptet sich die Urner Wirtschaft im Spannungsfeld zwischen regionaler Verankerung und globalem Wettbewerb? Dieser Frage widmete sich der 2. Tag der Urner Wirtschaft am Donnerstag, 7. Mai, im Uristier-Saal in Altdorf. Unter dem Motto «Uri vernetzt – zentralschweizerisch innovativ und global sichtbar?» diskutierten Gäste sowie Vertreterinnen und Vertreter aus Wirtschaft und Politik über die Rolle Uris innerhalb der Zentralschweiz, die Bedeutung innovativer Netzwerke sowie gemeinsame Strategien zur Stärkung der internationalen Wettbewerbsfähigkeit. Neben Impulsreferaten und der Generalversammlung bot die Veranstaltung auch Gelegenheit zum Austausch und zur Vernetzung. Zum Anlass eingeladen hatte Wirtschaft Uri, der Dachverband der Urner Wirtschaft, unter dem Patronat der Urner Kantonalbank.
Vernetzung und Innovation
Ivo Schillig, Präsident Wirtschaft Uri, begrüsst die gut 150 Teilnehmerinnen und Teilnehmer, davon 59 stimmberechtigte Mitglieder, und blickte auf ein gutes und ereignisreiches Jahr 2025 zurück. Politisch hat Wirtschaft Uri ebenfalls ein erfolgreiches Jahr hinter sich. Der Verband fasste Parolen zu mehreren kantonalen und nationalen Abstimmungen – sämtliche Vorlagen gingen im Sinne von Wirtschaft Uri aus. Wirtschaft Uri freue sich über Neuansiedlungen von Firmen, aber auch über die bestehenden Unternehmen. Diese Beziehungen gelte es zu pflegen. Die Infomesse biete dazu die ideale Gelegenheit für einen unkomplizierten Austausch, um sich kennenzulernen, sich zu vernetzen und um neue Ideen weiterzuentwickeln. «Wir dürfen nicht stehen bleiben», so der Appell des Präsidenten. Er betonte die Wichtigkeit von wirtschaftsfreundlichen Rahmenbedingungen für die Urner Unternehmen. «Auch die Ausbildung liegt uns sehr am Herzen. Wir müssen vermehrt aus Sicht der jungen Lernenden denken.» Vernetzung und Innovation seien zentrale Themenfelder. Seit der letzten Gewerbeausstellung, der «Uri18», sind acht Jahre vergangen. Der Vorstand sei deshalb am Erarbeiten eines Grundlagenpapiers für eine mögliche Gewerbeausstellung im Jahr 2028.
Zwei neue Vorstandsmitglieder
Vorstandsmitglied Beat Marty präsentierte die Jahresrechnung 2025, welche mit einem Verlust von knapp 21'500 Franken schliesst. Das Budget 2027 rechnet mit einem Minus von 13'900 Franken. Ziel des Dachverbandes bleibt ein weiterer Ausbau der Mitgliederzahl. Der Jahresbericht des Präsidenten, die Jahresrechnung und das Budget 2027 wurden einstimmig von der Versammlung genehmigt. Im Vorstand bestätigt wurden Präsident Ivo Schillig, die Mitglieder Ueli Arnold, Beat Marty, Werner Jauch, Franzsepp Arnold, Michael Zotter, Bruno Gisler, Peter Dittli und Bruno Bär. Neu in den Vorstand gewählt wurden Robert Fortunati und Reto Burkart. Sie ersetzen die zurücktretenden Odilo Gamma und Guido Unternährer.
Volkswirtschaftsdirektor warnt vor wirtschaftlichen Folgen
Volkswirtschaftsdirektor Urban Camenzind überbrachte die Grussbotschaft der Urner Regierung sowie des Urner Landrats. Aus aktuellem Anlass nutzte er die Gelegenheit, um vor den wirtschaftlichen Folgen bei einer Annahme der Initiative «Keine 10-Millionen-Schweiz» zu warnen. Auch der Urner Regierungsrat habe sich gegen die Initiative ausgesprochen. «Es besteht Aufklärungsbedarf. In den nächsten zehn Jahren fehlen aufgrund der Demografie der Schweizer Wirtschaft rund 500'000 Personen. Das hemmt die wirtschaftliche Entwicklung und heizt den Fachkräftemangel zusätzlich an», warnte der Volkswirtschaftsdirektor vor den Folgen einer Annahme der Initiative. Ohne die fast 90 Prozent dieser «wichtigen und richtigen Zuwanderer» wäre die Entwicklung rückläufig. Im Anschluss stellt Bruno Bär, Präsident des Gewerbevereins Schattdorf, in einem Impulsreferat seine Organisation vor.
Urner Arbeit ist gefragt
Andreas Ruch, Präsident IHZ und Inhaber der Ruch Gruppe, sprach über die Auswirkungen der globalen Wirtschaftspolitik. «Diese globale Unsicherheit spüren wir auch im Kanton Uri.» Dazu nannte er einige konkrete Beispiele aus seinem Berufsalltag. Es gelte, die Herausforderungen anzunehmen: «Wir haben es in der Hand. Um uns langfristig absichern zu können, müssen wir Beziehungen pflegen und uns vernetzen.» Um in diesem schwierigen Umfeld bestehen zu können, brauche es wirtschaftsfreundliche Rahmenbedingungen wie tiefe Steuern sowie unbürokratische und pragmatische Lösungen. Urner Arbeit sei weiterhin sehr gefragt, auch ausserhalb des Kantons.
Adrian Steiner, designierter Präsident IHZ und CEO Thermoplan AG, lobte das Schweizer Bildungssystem. Qualität und Innovation seien im In- und Ausland weiterhin sehr gefragt. Doch diese seien mit einem Preisschild versehen. Der Exportzoll der USA sei ein Schock gewesen für sein Unternehmen. Er appellierte an die Versammlung, Sorge zu tragen zur Industrie. Sich zu vernetzen und innovativ zu bleiben, seien reelle Chancen, um sich weiterentwickeln zu können.
Autorin: Doris Marty, UW.
Die beiden Hauptreferenten Andreas Ruch (links) und Adrian Steiner (mittig) mit Ivo Schillig, Präsident Wirtschaft Uri.
An der Infomesse "Netzwerk Zentralschweiz" präsentierten sich zwölf starke Partnerschaften aus dem Innovationsraum Zentralschweiz.
Der Volkswirtschaftsdirektor des Kantons Uri, Urban Camenzind, überbrachte die Grussbotschaft der Urner Regierung und des Urner Landrats.
Der Präsident des Gewerbevereins Schattdorf, Bruno Bär, gewährte der Versammlung einen Einblick in das Vereinswirken.
Der 2. Tag der Urner Wirtschaft widmete sich dem Fokus "Uri vernetzt - zentralschweizerisch innovativ und global sichtbar?".











